Informationen über B-Uhren bei Fliegeruhren Buse

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Die B-Uhr

B-Uhr ist das gebräuchliche Kürzel für sogenannte Beobachtungsuhren, die der Standortbestimmung mit Hilfe exakter Zeitmessung dienen.
So kamen sie in erster Linie im militärischen Bereich zum Einsatz, für den sie auch entwickelt und hergestellt wurden.
Bereits vor dem ersten Weltkrieg gab es diese Uhren, vornehmlich aus den berühmten Glashütter Manufakturen. In vielen Fällen, besonders natürlich später in den Weltkriegen, als diese Uhren naturgemäß einen Aufschwung erlebten, waren sie mit patriotischen Gravuren versehen. Heute sind viele dieser Uhren begehrte Sammelobjekte.
Aufgrund ihrer besonderen Bestimmung hatte die B-Uhr gewisse Voraussetzungen zu erfüllen. Sie mußten sowohl extrem solide verarbeitet sein und mußten zudem sehr präzise und zuverlässig arbeiten. Die zeitliche Koordination wichtiger militärischer Abläufe, das Einhalten genauer Zeitvorgaben und die Möglichkeit einer präzisen Navigation und Standortbestimmung waren vorrangig Aufgabe dieser speziellen Uhr.
So ist es kein Zufall, daß einige der renommiertesten Uhrenhersteller die Entwicklung übernahmen und in der Folge natürlich auch von dem Bedarf profitierten.

Die Anforderungen an die Uhr waren mannigfaltig. Zum einen brauchte man Uhren, die an verschiedenen Stellen genau die gleiche Zeit anzeigten, um z.B. auf den verschiedenen Abteilungen großer Kriegsschiffe exakte zeitliche Absprachen treffen zu können. Auch auf U-Booten war dies unabdingbar. Überall gab es strenge Verantwortlichkeiten mit klaren Zuständigkeiten, wer für die Uhren verantwortlich war.
Ebenfalls enorm wichtig war der Einsatz bei der Luftwaffe und sogar bei der Artillerie, wo man mit einer B-Uhr relativ genau die Entfernung gegnerischer Stellungen berechnen konnte.
Allgemein war überhaupt die Bestimmung von Standorten Hauptaufgabe der B-Uhr. Wie man die geographische Breite bestimmt war schon lange bekannt. Die Bestimmung der geographischen Länge war jedoch schwierig, bis man erkannte, daß dies mit einer exakt arbeitenden Uhr möglich war. Die Tatsache, daß die Erde sich in 24 Stunden einmal um ihre eigene Achse dreht, ermöglicht es, relativ zu einem anderen Ort, über den Stand der Sonne die jeweilige Position zu ermitteln. Dazu benötigt man lediglich die genaue Ortszeit beider Punkte. Die Zeit des ersten Punktes wird dabei exakt von der Uhr angezeigt, die auf Greenwich-Time eingestellt ist und diese jederzeit genau anzeigen muß, die andere zeit, d.h. die des eigenen Standpunktes, ermittelt man mit Hilfe des Sextanten. Aus der Differenz beider Zeiten kann dann der Längengrad berechnet werden. Rechnerisch am wenigsten aufwendig war dies natürlich beim Sonnenhöchststand um 12 Uhr Ortszeit.
Aus diesen Beispielen wird ersichtlich, wie wichtig es war, daß die Chronometer nach Verlassen des Hafens immer präzise liefen. Deshalb wurden sie, obwohl vorher bereits strengen Prüfungen unterworfen, möglichst an Stellen angebracht, an denen sie am Besten vor Schwingungen oder Magnetfeldern geschützt waren.
Heute ist diese Art der Navigation durch die moderne Satellitentechnik weitestgehend überflüssig geworden.