Informationen über die Geschichte der Armbanduhr - 1940-1960 Teil 1: Ersatzteilorganisation

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Uhrengeschichte im Zeitraum 1940-1960 - das Ersatzteillager

Auf Grund der Fülle unterschiedlicher Uhrenmodelle, die inzwischen auf dem Markt waren und die in Zukunft noch auf den Markt kommen würden, war es für den Uhrmacher bzw. den Ersatzteilhändler nicht mehr möglich, einen vollständigen Überblick über sämtliche Modelle zu behalten. Dies war vor allem bei Reparaturen ein Problem, da die Anzahl der möglichen Ersatzteile in eine unüberschaubare Höhe geschnellt war.
Die Berliner Firma Flume entwickelte aus diesem Grund Ende der 1930er Jahre ein Ordnungssystem, um den bisher funktionierenden Ersatzteildienst zukunftsfähig zu machen. Flume führte zu diesem Zweck einen sechsstelligen Schlüssel ein, mit Hilfe dessen die Ersatzteile zugeordnet werden konnten, außerdem standardisierte Flume die Bildlisten für die Darstellung und Kennzeichnung der Uhrwerke und Uhrwerkteilen. Dieses Ordnungssystem Flumes wurde ständig der fortschreitenden Entwicklungen im Bereich der Uhren angepasst. Der Vorteil, der sich für die Uhrmacher bei der Reparatur von Uhren ergab ist einfach zu benennen: Die Suche nach Ersatzteilen deutlich wurde vereinfacht!
In den 1940er Jahren setzte sich die Publikation „Flume-Schlüssel“ durch, in der die Ersatzteile verzeichnet waren. Auch andere Ersatzteilhändler wie Georg Jacob aus Leipzig schlossen sich dieser Form an und gaben eigene, sehr ähnliche Kataloge heraus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden außerdem Kaliberbezeichnungen auf der Platine, einem Kloben oder einer Brücke angebracht, sodass ein Uhrwerk bei der Reparatur leichter bestimmt werden konnte.
Nicht nur Uhrmacher, sondern vor allem auch Uhrensammler greifen auf diese Kataloge zurück. Für Sammler ist auch der Flume-Kleinuhr-Schlüssel von Wert, da er eine Übersicht über alle Kleinuhren weltweit bietet. Für Uhren aus Russland und der ehemaligen DDR gelten hier allerdings Einschränkungen. Diese Modelle sind nur verzeichnet, wenn sie im Westen bekannt waren. Was bei der Benutzung des Flume-Schlüssels zu beachten ist, ist, dass es sich um ein Arbeitsinstrument handelt, sodass zum Beispiel ausgefallene Konstruktionen von Luxusuhrenherstellern nicht verzeichnet sind.