Informationen über Glashütter Uhrenhersteller: Glashütter Taschenuhren

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Taschenuhren aus Glashütte

Die Tradition der Glashütter Uhrenfabrikation geht zurück auf Ferdinand Adolph Lange (s. auch Artikel zu A.Lange & Söhne), der 1845 in Glashütte, das zu dieser Zeit nach dem Niedergang des dortigen Bergbaus dringend auf einen neuen Erwerbszweig angewiesen war, die erste Uhrenfirma gründete und die ersten neuen Arbeitsplätze schuf.
Aufgrund seiner fundierten Ausbildung, die er an seine Mitarbeiter weitergab, machten sich seine Uhren bald einen Namen. Es entstanden weitere Werkstätten, Zulieferer und ein Vertrieb.
Bald wurden andere auf diesen Aufschwung aufmerksam und Uhrmacher aus dem familiären und gesellschaftlichen Umfeld Langes folgten seinem Beispiel. So gründete sein Schwager Julius Assmann im Jahre 1852 die Firma J. Assmann, auch Deutsche Anker-Uhren-Fabrik genannt. Bald konnte man in Glashütte im Bereich der Taschenuhren mit den bereits bekannten Erzeugnissen aus der Schweiz konkurrieren. Um diesen Status aufrechtzuerhalten, investierte man gezielt in die Ausbildung, 1878 eröffnete die erste Deutsche Uhrmacherschule in Glashütte.
Aus dem Mitarbeiterstamm der Fa. Lange geht dann ein weiterer Uhrmacher den Weg in die Selbständigkeit, Ernst Kasiske. 1890 gründet er seine eigene Fabrik, die erst als AG dann 1918 in eine GmbH übergeht, die allerdings als Deutsche Präzisions-Uhrenfabrik Glashütte das Jahr 1925 nicht übersteht.
Neben der Ausweitung der Uhrenindustrie auf eingetretenen Pfaden gab es natürlich auch innovative Hersteller, wie etwa Johannes Dürrstein, der 1893 dem Ruf der Glashütter Taschenuhren als nur für Betuchte erschwinglich, entgegenarbeiten wollte. In seiner Präzisions-Taschenuhrenfabrik UNION (ausführlich siehe betr. Artikel) begann er mit der Produktion preisgünstigerer Uhren.
Weitere, untrennbar mit der Glashütter Taschenuhren-Herstellung verbundene Namen sind Robert Mühle & Söhne (s.dort), gegründet 1896 zur Produktion Von Meß- und feinmechanischen Geräten, oder Strasser & Rohde, die neben Uhren ebenfalls Zeitmeßgeräte anbietet.
Einen anderen Versuch, den Namen Glashütte zu vermarkten, unternahm 1906 Clemens Guido Müller, der unter dem Namen Nomos (s.dort) versuchte, Uhren aus Schweizer Herstellung unter dem Namen Glashütte zu vermarkten. Dieser Versuch war jedoch bald durch den Widerstand der ansässigen Uhrmacher zum Scheitern verurteilt.
Schwer zu schaffen machte den Glashütter Uhrmachern dann schließlich die politische Entwicklung der folgenden Jahrzehnte. Nach dem Niedergang im Ersten Weltkrieg konnte man sich aufgrund des verbliebenen know-how Mitte der zwanziger Jahre wieder auf eigene Beine stellen, auch verbunden mit der Einsicht, die Produktion auf die nunmehr stark nachgefragten Armbanduhren umzustellen.
Diese Flexibilität ließ die Glashütter Uhrenindustrie auch die harte Zeit des Zweiten Weltkrieges überstehen, indem man spezielle Uhren für die Wehrmacht entwickelte und produzierte, wie etwa die dringend benötigten und mit hohem Präzisionsanspruch belegten Beobachtungsuhren bzw. Fliegeruhren.
In den fünfziger Jahren folgten dann die Enteignungen durch das SED-Regime, das die aus den Verwüstungen des Krieges stark mitgenommenen Betrieb in VEBs überführte.
Nach der Wiedervereinigung herrschte dann große Unsicherheit, die Uhrenindustrie in Glashütte sollte in privater Hand wiederbelebt werden. Es fanden sich selbstverständlich Investoren, denn die alte Tradition und der hervorragende frühere Ruf der Glashütter Uhrmacherkunst waren schon ein Pfund, mit dem man wuchern konnte. Alte, bereits früher für Ihre Qualität berühmte, Namen wurden entweder durch "Fremde" wieder aktiviert (z.B. Union, Nomos) oder, wie im Fall der Firmen Lange & Söhne oder Mühle, durch Familienmitglieder der heutigen Generation neu gegründet. Schon bald hatte man es wieder geschafft, sich einen Namen zu machen, was auch bei Anderen Begehrlichkeiten weckte. So wurde 2000 die erst 1994 von der Treuhand übernommene Glashütte Original nach bemerkenswerter Erfolgsgeschichte von der schweizerischen Swatch-Group übernommen.
Heute hat die Glashütter Uhrenproduktion wieder einen Ruf, der dem Vergangenheit nicht nachsteht.