Informationen über Glashütter Uhrenhersteller: Mühle

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Uhren von Mühle aus Glashütte

Auch die Firma Mühle wurde im Laufe der wechselvollen deutschen Geschichte, speziell der des Ostens, mehrfach wieder- und neugegründet.
Zurück geht die Firma auf Robert Mühle, der 1869 sein Unternehmen Robert Mühle & Söhne gründete. Im Ursprung belieferte er die örtliche Uhrenindustrie mit Mess- und feinmechanischen Geräten. Auf dieser Erfahrung aufbauend, konnte man bis in den Zweiten Weltkrieg hinein Fahrzeuge, vornehmlich der Wehrmacht, aber auch von privaten Fahrzeugherstellern, mit den benötigten Anzeigeinstrumenten ausstatten. Von unschätzbarem Vorteil war dabei, daß man aufgrund des vorhandenen know-how nicht nur die Produktion, sondern im Vorfeld auch die entsprechende Entwicklung übernehmen konnte.
Gegen Ende des Krieges teilte dann die Firma Mühle das Schicksal vieler Glashütter Uhrenfabriken: große Teile wurden durch Fliegerbomben zerstört. Direkt nach dem Krieg mußte man dann gar die Enteignung hinnehmen, da die Firma als Rüstungsbetrieb eingestuft wurde.
Hans Mühle, der Enkel des Firmengründers, ließ sich davon allerdings nicht unterkriegen und gründete bereits 1946 die Hans Mühle Glashütte, eine Fabrik, in der erneut Messgeräte und Laufwerke hergestellt wurden. Die Firma ging nach seinem Tod 1969 an seinen Sohn Hans Jürgen über.
Dieser mußte dann die Zwangsverstaatlichung über sich ergehen lassen, als alle ehemaligen Glashütter Uhrenhersteller unter dem Dach der Glashütte Uhrenbetrieb zusammengeführt wurden. Nach der Wende war Hans Jürgen Mühle Geschäftsführer dieser Gesellschaft.
Erst 1994, im Zuge der Privatisierung der ehemaligen Werke kam die Firma wieder in Familienbesitz. Mit der Produktion von Schiffsuhren beginnend, begann man doch recht bald, mechanische Armbanduhren herzustellen, die man mit modifizierten Schweizer Werken ausstattete. Heute liegt in dieser Produktion das Hauptgeschäft, wobei man sich bewußt im mittelpreisigen Segment bewegt und auf den Versuch, in die Nobeluhren-Riege vorzustoßen, verzichtet.
Wer die Geschichte der Glashütter Uhren verfolgt, wird sich denken können, daß der Einsatz von Schweizer Uhrwerken zwar nicht ungewöhnlich ist, die dortigen Mitbewerber aber recht allergisch darauf reagieren, wenn solche Uhren mit der Herkunftsbezeichnung "Glashütte" versehen werden. Dies sollte den Uhren vorbehalten bleiben, bei denen auch die Werke in Glashütte gefertigt werden. Seiner Stellung als wohl einziger wirklich "Einheimischer" unter den Uhrenmanufakturen hat er es wohl unter anderem zu verdanken, daß er sich mit seinen Gegnern gütlich einigen konnte. Neben dem Firmennamen Nautische Instrumente Mühle-Glashütte/Sa. darf allerdings nur ein "Made in Germany" auf den Zifferblättern erscheinen.