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Uhren von Mondaine
Mondaine ist einer derjenigen Hersteller, der sich in der Schweiz als Uhrenfabrikant seine Unabhängigkeit bewahren konnte. Sitz ist Zürich, gefertigt wird in Biberist.
Der gelernte Schneider Erwin Bernheim erkannte nach dem Zweiten Weltkrieg die Nachfrage nach Uhren und sah darin seine große Chance, dem wenig lukrativen Schneiderhandwerk zu entkommen. Mit einem kleinen Handel beginnend fühlte er sich bald bestätigt und glaubte auch bald zu wissen, wo seine Marktlücke liegen könnte.
Wenn es in Deutschland einen für große Bevölkerungskreise erschwinglichen Volkswagen gab, der zum absoluten Renner wurde, dann mußte das auch im Bereich der Uhren möglich sein. Nur, wer sollte diese "Volksuhren" liefern? Da dies das eigentliche Problem schien, beschloß er kurzerhand, die Produktion einfacher und preisgünstiger Plastik- und Metalluhren selbst in die Hand zu nehmen. Erfinderisch wie er war und sich auch darüber im Klaren, daß er dies nicht ganz allein würde stemmen können, suchte er Partner, ohne die Eigenständigkeit aufzugeben. Gemeinsam entwickelte man erste Digitaluhren, auf deren Basis bis heute solche Uhren hergestellt werden. Bald wurde man auf das aufstrebende Unternehmen aufmerksam, der Fachhandel interessierte sich für Mondaine und der neue Absatzmarkt entwickelte sich durchaus erfreulich.
Dann jedoch brachte Mondaine die Marke "Mirexal" auf den Markt, die ausschließlich über den Handelsriesen Migros vertrieben werden sollte. Damit verdirbt man es sich natürlich sofort mit dem Fachhandel, seine Uhren verschwanden aus den Läden. Für Bernheim war dies jedoch zu verschmerzen, denn die Zusammenarbeit mit Migros entwickelte sich gut. Es gab ihm die Möglichkeit aufgrund großer Mengen, deren Abnahme ihm praktisch garantiert war, seine "Volksuhr" zu verwirklichen.
Nur wenige Tage vor der Swatch, von deren Existenz er nicht wußte, kam seine "M-Watch" bei Migros in die Läden. Auch wenn die Swatch-Uhren und deren rasche Verbreitung mittels aggressiver Werbung in der Folge übermächtig schien, konnte Mondaine doch zwischen 1983 und 2003 alleine in der Schweiz 5 Mio. Exemplare seiner M-Watch absetzen, im Ausland darüber hinaus auch noch immerhin 2 Mio. Die Idee der "Volksuhr" war kein Flop geworden.
Ein weiteres Standbein sind mittlerweile die Armbanduhren im offiziellen Design der Schweizer Bahnhofsuhren oder diverse Werbeuhren, die jedoch vornehmlich in Hong Kong gefertigt werden.
